Fotografie für Faule: Teil 1 „Die Blende“

In meinem letztem Blogpost habe ich euch etwas über den AV Modus erzählt. Damit der Umstieg von Automatik in die manuelle Fotografie sanft übergeht, möchte ich heute nur etwas über die Blende erzählen. Im AV Modus müsst ihr euch nämlich nur auf die Blende konzentrieren, da eure Kamera ISO und Belichtungszeit noch automatisch übernimmt.

IMG_3177.jpg
Fotografiert im Automatikmodus

 

Bevor du mit meiner kleinen Fotoschule beginnst, solltest du unbedingt verinnerlichen, das noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und selbst wenn es nicht direkt klappt, sei nicht demotiviert. Übung macht den Meister. Und wenn du es irgendwann geschafft hast, wirst du mit tollen Bildern belohnt werden und stolz auf dich sein können.

Was ist überhaupt diese Blende?

Die Blende ist eine Öffnung im Objektiv, die der Steuerung des Lichtes dient. Das Licht wird auf den Sensor der Kamera eingefangen. Wo bei der analogen Spiegelreflex hinter dem Spiegel der Film auf Belichtung wartet, sitzt in der DSLR der Sensor. In der Digitalfotografie wird die gerundete Gesamtzahl der Bildpunkte in Megapixeln als Anhaltspunkt für die theoretisch erreichbare Auflösung angegeben.

Je weiter das Loch bei der Blende geöffnet ist, desto mehr Licht gelangt in die Kamera. Dadurch wird das Bild heller. Je kleiner das Loch bei der Blende ist, desto weniger Licht gelangt in die Kamera. Desto dunkler wird das Bild.

Etwas verwirrend ist, dass eine kleine Blende mit einer großen Zahl dargestellt wird. Dies wären z.b. Werte von f10 oder f22. Eine weite Blende wird wiederrum mit kleinen Zahlen dargestellt, z.B. f1,4 oder f2,5.

Dies ist eine Sache, die man sich einfach verinnerlichen muss, deshalb merkt euch einfach:

geschlossene Blende = wenig Licht = große Zahl

geöffnete Blende = viel Licht = kleine Zahl

 

Auf den folgenden Bildern seht ihr die Veränderung des Schärfebereiches durch das Verändern der Blende.

IMG_3180
Blende f 1,8, ISO 100, Belichtungszeit 1/1250 Sekunde
IMG_3182
Blende f 5,0, ISO 100, Belichtungszeit 1/160 Sekunde
IMG_3185
Blende f 14, ISO 100, Belichtungszeit 1/160 Sekunde

 

Wie man auf den drei Bildern erkennen kann, ensteht durch das Verändern der Blende eine vollkommen andere Bildwirkung. Gerade in der Portraitfotografie verleiht die geöffnete Blende eine besondere Tiefenschärfe. Bei einem Model, wäre dann nur die Augenpartie scharf und alles andere würde im Hintergrund verschwinden. Das macht ein Bild besonders ausdrucksvoll.

Möchte ich z.b. ein Gruppenfoto machen oder eine Landschaft komplett scharf zu Bild bringen, muss unbedingt die Blende geschlossen sein. Dadurch kann auch jede Person auf dem Bild scharf dargestellt werden.

Fotografierst du z.b. ein Paar und möchtet die Tiefenschärfe als stilistisches Mittel einsetzten, solltest du darauf achten, das beide Köpfe nah aneinander sind. Nur so kannst du auch beide Personen scharf darstellen.

Möchtest du eine Detailaufnahme von einem Gegenstand machen, z.B. wie oben eine Blume, dann sollte die Blende sich immer im Bereich f1,8 bewegen.

Alle Bilder habe ich mit meinem Lieblingsobjektiv fotografiert. Die 50 mm/ 1,4 Festbrennweite ist besonders geeignet für die Portraitfotografie und kann ich dir nur ans Herz legen, wenn du viel Wert auf Details und Tiefenschärfe legst.

 

Unbenannt
Noch einmal für euch kurz zusammengefasst die wichtigsten Einstellungen. Das Bild könnt ihr euch gerne ausdrucken und beim Fotografieren mitnehmen.

 

Ich hoffe ich konnt euch die Blende näher bringen und wünsche euch viel Spaß beim ausprobieren. Im nächsten Blogpost zeige ich euch alles über die Belichtungszeit.

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